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Die Bayerische KavallerieDie Königlich Bayerische Armee hatte 1914 zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs 12 Kavallerieregimenter. In Deutschland gab es zu dieser Zeit insgesamt 110 Kavallerieregimenter. In Bayern gab es 3 Gattungen: 2 Regimenter Schwere Reiter, 2 Regimenter Ulanen und 8 Regimenter Chevaulegers (dargestellt mit den Schemata der Uniform von 1910):
Das 1. und 2. Chevaulegers-Regiment waren die ältesten Kavallerieregimenter der Bayerischen Armee. Als Kürassierregimenter wurden sie im Jahre 1682 aufgestellt.
Geschichtlicher Abriss Seit Mitte des 16. Jahrhundert waren in Deutschland die neuen Kürassierformationen (damals oft nur Reiter genannt; der Begriff Kürassier wurde erst Mitte des 18. Jahrhunderts verwendet) während Kriegszeiten als Söldnertruppen aufgestellt worden. Sie trugen Brustpanzer (der Küraß), Bein- und Armpanzerung und Helm und kämpften mit zwei Reiterpistolen und Reiterschwert. Die Geschichte der bayerischen Kavallerieregimenter begann eigentlich mit dem 30jährigen Krieg. Vorläufer der bis 1918 gestehenden Leibwache der Hartschiere existierten als berittene Leibgarden (Schützenreuter oder auch Korbiner genannt) allerdings schon seit etwa 1580 in bescheidenem Umfang. Das Herzogtum und Kurfürstentum Bayern unter Maximilian I. kämpfte auf Seiten des Kaisers. Die bayerischen Reiterregimenter (Kürassiere und Archebusiere) stellten während des gesamten Krieges eine der Kerntruppen auf kaiserlicher Seite. Der bayerische Reitergeneral Johann von Werth war der beste Reiterführer dieses Krieges und hätte 1637 beinahe Paris eingenommen, was vermutlich den Krieg zugunsten der Kaiserlichen beendet hätte. Nach Endes des Krieges wurden alle Regimenter wie damals üblich vollständig wieder aufgelöst, so dass sich aus dem bayerischem Heer des 30jährigen Krieges keine zusammenhängende Traditionslinie in die Zeit danach ziehen läßt. Maximilans Sohn Kurfürst Ferdinand Maria verfolgt dann auch eine friedfertige Politik, bei der er nur in Kriesenzeiten Kompanien oder Regimenter fallweise in bescheidenem Umfang aufstellte und danach wieder auflöste. Erst Kurfürst Max Emanuel (der "Blaue König") errichtete dann 1682 zum ersten Mal ein starkes und schlagkräftiges stehendes Heer mit sieben Infanterie- und vier Kürassierregimentern. Die Regimenter zu Pferd Karl Marquis de Haraucourt (zuletzt 1. Chevaulegers-Regiment) und Louis Marquis Beauvau de Croan (zuletzt 2. Chevaulegers-Regiment) wurden dabei die ältesten Stammregimenter der bayerischen Kavallerie. Neben den Kürassieren wurden auch Dragonerregimenter aufgestellt und kurzzeitig standen auch ungarische Husarenregimenter in bayerischen Diensten. Im 18. Jahrhundert wurden dann Teile der Kürassierregimenter zu Dragonerregimentern umgegliedert. Nach Abschaffung des Küraß Ende des 18. Jahrhunderts verschwanden die Kürassiere kurze Zeit später vollständig, und die bayerische Kavallerie bestand um 1805 nach mehreren Umgliederungen aus Dragonern und den neuen Chevaulegers-Regimentern, die sich von den Dragonern (in weiß) eigentlich nur in der grünen Uniformfarbe unterschieden und aus den 1777 aufgestellten Reiter-Regimentern hervorgegangen waren. Bayern kämpfte nach dem 2. Koalitionskrieg 1805 bis 1813 auf Seiten Napoleons und die bayerischen Dragoner- und Chevaulegers-Regimenter erwarben sich in den zahlreichen Feldzügen einen vorzüglichen Ruf. 1811 wurden auch die beiden verbliebenen Dragonerregimenter zu Chevaulegers-Regimentern umgebildet. Nachdem ein Großteil der bayerischen Armee auf dem Rußlandfeldzug Napoleons 1812 vernichtet worden war, wurde sie 1813 neu aufgestellt. Dabei wurden neben den Chevaulegers auch wieder 2 Kürassierregimenter mit Küraß (davon die Garde du Corps als Garde-Kürassiere), ein Ulanenregiment und zwei Husarenregimenter aufgestellt. Das Ulanen- und Husarenregiment wurde aus Spargründen 1822 wieder aufgelöst.
Erst 1863 wurden im Zuge einer Truppenvermehrung wieder bayerische Ulanenregimenter aufgestellt. 1905 und 1909 kamen mit den Chevaulegers-Regimentern 7 und 8 noch zwei weitere Kavallerieregimenter hinzu, so dass der Bestand zu Beginn des Ersten Weltkriegs 12 Regimenter umfasste. Mit der Auflösung der Alten Armee 1919 mussten auch die 12 bayerischen Kavallerieregimenter abgedient werden. In der Reichswehr gab es nur mehr ein "bayerisches" Kavallerieregiment, das Reiterregiment 17 mit Sitz in Bamberg. Das Reiterregiment 17 führte die Tradition aller aufgelöster bayerischen Kavallerieregimenter weiter, bis auch es mit dem 2. Weltkrieg ein Ende fand.
Schwere Reiter
Die beiden schweren Reiterregimenter mit Sitz in München und Landshut entstanden 1879 aus den beiden bayerischen Kürassierregimentern. Der Küraß, der noch im 70/71er Kriege getragen wurde, war schon kurz nach dem Kriege für den Felddienst als nicht mehr zeitgemäß abgelegt worden. 1879 wurde dann der Schritt in Richtung einer Einheitskavallerie gemacht, indem die Pickelhaube den Kürassierhelm ablöste und eine Neuuniformierung in einem der Infanterie ähnlichen Waffenrock erfolgte. Die Kürassiere wurden nun "Schwere Reiter" genannt. Sie bekamen nach wie vor größere Pferde als Ulanen und Chevaulegers zugeteilt. Auch dienten in ihnen immer die von der Körpergröße größten Kavalleristen. Chevaulegers
Die Chevaulegers waren eine der in Bayern beliebtesten und volkstümlichsten Militäreinheiten. Sie wurden "Schwoleschees" oder auch "Schwolis" genannt. Sie bildeten im bayerischen Heer die leichte Kavallerie und entsprachen in etwa den Dragoner im übrigen Deutschland. Erstmals wurden in Deutschland Ende des 18. Jahrhunderts Chevaulegers (franz. für "leichte Reiter") aufgestellt. Sie wurden auch als "deutsche Husaren" bezeichnet. In Bayern wurden während der napoleonischen Kriege zunächst alle Kavallerieregimenter in Chevaulegers-Regimenter umgegliedert. In den Feldzügen dieser Zeit erwarben sie sich einen legendären Ruf auf Grund ihrer hohen Kampfkraft. Im Kaiserreich gab es nur in Bayern Chevaulegers-Regimenter und stellten damit eine Besonderheit dar. Die bayerischen Chevaulegers trugen eine zweireihigen Waffenrock, der stark der Ulanka der Ulanen ähnelte. Ulanen 1863 wurden in Bayern wieder Ulanenregimenter aufgestellt. Mit den Schweren Reitern zählten sie zur schweren Kavallerie. Sie unterschieden sich in Einsatz, Bewaffnung und dem polnischen Uniformvorbild kaum von den übrigen Ulanen in Deutschland. Charakteristisch war der Farbe des grünen zweireihigen Waffenrocks, der sehr den Chevaulegers ähnelte. Hauptwaffe der Ulanen war die Lanze, welche sie zunächst von allen anderen Kavalleriegattungen unterschied. Mit genereller Einführung der Stahlrohrlanze in allen Kavallerieregimentern in Deutschland 1890 fiel jedoch dieses Unterscheidungsmerkmal weg.
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