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1. Schweres Reiter-R.
2. Schweres Reiter-R.
1. Ulanen-R.
2. Ulanen-R.
1. Chevauleger-R.
2. Chevauleger-R.
3. Chevauleger-R.
4. Chevauleger-R.
5. Chevauleger-R.
6. Chevauleger-R.
7. Chevauleger-R.
8. Chevauleger-R.

 

 

Die Bayerische Kavallerie

Die Königlich Bayerische Armee hatte 1914 zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs 12 Kavallerieregimenter. In Deutschland gab es zu dieser Zeit insgesamt 110 Kavallerieregimenter. In Bayern gab es 3 Gattungen: 2 Regimenter Schwere Reiter, 2 Regimenter Ulanen und 8 Regimenter Chevaulegers (dargestellt mit den Schemata der Uniform von 1910):

1. Schweres Reiter-Regiment
"Prinz Karl von Bayern",
München
  2. Schweres Reiter-Regiment
"Erzherzog Franz Ferdinand v. Österreich-Este",
Landshut
  1. Ulanen-Regiment
"Kaiser Wilhelm II., König von Preußen",
Bamberg
  2. Ulanen-Regiment
"König",
Ansbach
  1. Chevaulegers-Regiment
"Kaiser Nikolaus II. v. Rußland",
Nürnberg
  2. Chevaulegers-Regiment
"Taxis",
Regensburg
         
                     
3. Chevaulegers-Regiment
"Herzog Karl Theodor",
Dieuze/Lothringen
  4. Chevaulegers-Regiment
"König",
Augsburg
  5. Chevaulegers-Regiment
"Erzherzog Friedrich v. Österreich",
Saargemünd
  6. Chevaulegers-Regiment
"Prinz Albrecht von Preußen",
Bayreuth
  7. Chevaulegers-Regiment
"Prinz Alfons",
Straubing
  8. Chevaulegers-Regiment,
Dillingen/Donau
         

 

 

Das 1. und 2. Chevaulegers-Regiment waren die ältesten Kavallerieregimenter der Bayerischen Armee. Als Kürassierregimenter wurden sie im Jahre 1682 aufgestellt.

Schwere Reiter, Ulanen und Chevaulegers um 1890

 

Geschichtlicher Abriss

Seit Mitte des 16. Jahrhundert waren in Deutschland die neuen Kürassierformationen (damals oft nur Reiter genannt; der Begriff Kürassier wurde erst Mitte des 18. Jahrhunderts verwendet) während Kriegszeiten als Söldnertruppen aufgestellt worden. Sie trugen Brustpanzer (der Küraß), Bein- und Armpanzerung und Helm und kämpften mit zwei Reiterpistolen und Reiterschwert.

Die Geschichte der bayerischen Kavallerieregimenter begann eigentlich mit dem 30jährigen Krieg. Vorläufer der bis 1918 gestehenden Leibwache der Hartschiere existierten als berittene Leibgarden (Schützenreuter oder auch Korbiner genannt) allerdings schon seit etwa 1580 in bescheidenem Umfang. Das Herzogtum und Kurfürstentum Bayern unter Maximilian I. kämpfte auf Seiten des Kaisers. Die bayerischen Reiterregimenter (Kürassiere und Archebusiere) stellten während des gesamten Krieges eine der Kerntruppen auf kaiserlicher Seite. Der bayerische Reitergeneral Johann von Werth war der beste Reiterführer dieses Krieges und hätte 1637 beinahe Paris eingenommen, was vermutlich den Krieg zugunsten der Kaiserlichen beendet hätte. Nach Endes des Krieges wurden alle Regimenter wie damals üblich vollständig wieder aufgelöst, so dass sich aus dem bayerischem Heer des 30jährigen Krieges keine zusammenhängende Traditionslinie in die Zeit danach ziehen läßt. Maximilans Sohn Kurfürst Ferdinand Maria verfolgt dann auch eine friedfertige Politik, bei der er nur in Kriesenzeiten Kompanien oder Regimenter fallweise in bescheidenem Umfang aufstellte und danach wieder auflöste.

Erst Kurfürst Max Emanuel (der "Blaue König") errichtete dann 1682 zum ersten Mal ein starkes und schlagkräftiges stehendes Heer mit sieben Infanterie- und vier Kürassierregimentern. Die Regimenter zu Pferd Karl Marquis de Haraucourt (zuletzt 1. Chevaulegers-Regiment) und Louis Marquis Beauvau de Croan (zuletzt 2. Chevaulegers-Regiment) wurden dabei die ältesten Stammregimenter der bayerischen Kavallerie. Neben den Kürassieren wurden auch Dragonerregimenter aufgestellt und kurzzeitig standen auch ungarische Husarenregimenter in bayerischen Diensten.

Im 18. Jahrhundert wurden dann Teile der Kürassierregimenter zu Dragonerregimentern umgegliedert. Nach Abschaffung des Küraß Ende des 18. Jahrhunderts verschwanden die Kürassiere kurze Zeit später vollständig, und die bayerische Kavallerie bestand um 1805 nach mehreren Umgliederungen aus Dragonern und den neuen Chevaulegers-Regimentern, die sich von den Dragonern (in weiß) eigentlich nur in der grünen Uniformfarbe unterschieden und aus den 1777 aufgestellten Reiter-Regimentern hervorgegangen waren.

Bayern kämpfte nach dem 2. Koalitionskrieg 1805 bis 1813 auf Seiten Napoleons und die bayerischen Dragoner- und Chevaulegers-Regimenter erwarben sich in den zahlreichen Feldzügen einen vorzüglichen Ruf. 1811 wurden auch die beiden verbliebenen Dragonerregimenter zu Chevaulegers-Regimentern umgebildet.

Nachdem ein Großteil der bayerischen Armee auf dem Rußlandfeldzug Napoleons 1812 vernichtet worden war, wurde sie 1813 neu aufgestellt. Dabei wurden neben den Chevaulegers auch wieder 2 Kürassierregimenter mit Küraß (davon die Garde du Corps als Garde-Kürassiere), ein Ulanenregiment und zwei Husarenregimenter aufgestellt. Das Ulanen- und Husarenregiment wurde aus Spargründen 1822 wieder aufgelöst.

1682: Kürassier des Regiments zu Pferd Beauvau

1693: Kurfürst Max II. Emanuel an der Spitze des Kürassier-Regiments Weickel

Dragoner um 1700

Hartschier 1717

1747: Kürassier des Kürassier-Regiments Prinz Taxis. Diese Uniform wurde bis 1785 getragen.

Dragoner in der Uniformierung von 1777 bis 1785. Von Links: Stabsoffizier Rgt. La Rosee, Gem. Rgt. Churfürstin, Uffz. Rgt. Wahl, Offz. Rgt. Leiningen

Reiterregimenter 1777-1785. Von links: Staboffz. Rgt. Ysenburg, Gemeiner Rgt. Taxis, Offz. Rgt. Winkelhausen

1792: Die bayerische Reiterei trug jetzt die Rumfordsche Einheitsuniform, die sich pro Gattung nur in der Farbgebung unterschied.

Links: Kürassier-Regiment Minucci. Mitte: Chevaulegers-Regiment Fugger. Rechts: Dragoner-Regiment Taxis

1800-1804. Links: Dragoner Rgt. Taxis, Rechts: Kürassier Rgt. Minucci

1809: 2. Dragoner-Regiment Taxis in der Uniformierung von 1804 bis 1811

1812: Königs Chevaulegers auf dem Weg nach Rußland

1814: Garde du Corps, das Garde Kürassier-Regiment, welches 1825 aus Kostengründen in das 1. Kürassier-Regiment umgegliedert wurde

1816: 1. Husaren-Regiment. Von 1813 bis 1822 hatte Bayern 2 Husarenregimenter, welche beide 1822 aus Kostengründen aufgelöst wurden

1827: 1. Kürassierregiment (rechts in der Uniformierung ab 1832)

1854: 5. Chevaulegers-Regiment

1870: Unteroffizier des 2. Chevaulegers-Regiments Taxis

 

Erst 1863 wurden im Zuge einer Truppenvermehrung wieder bayerische Ulanenregimenter aufgestellt. 1905 und 1909 kamen mit den Chevaulegers-Regimentern 7 und 8 noch zwei weitere Kavallerieregimenter hinzu, so dass der Bestand zu Beginn des Ersten Weltkriegs 12 Regimenter umfasste.

Mit der Auflösung der Alten Armee 1919 mussten auch die 12 bayerischen Kavallerieregimenter abgedient werden. In der Reichswehr gab es nur mehr ein "bayerisches" Kavallerieregiment, das Reiterregiment 17 mit Sitz in Bamberg. Das Reiterregiment 17 führte die Tradition aller aufgelöster bayerischen Kavallerieregimenter weiter, bis auch es mit dem 2. Weltkrieg ein Ende fand.

1928: 17. (Bayerisches) Reiterregiment, das letzte bayerische Kavallerieregiment

 

 

Schwere Reiter

1. Kürassier-Regiment in der Uniformierung von 1848 bis 1870

Gemeiner des 1. Kürassier-Regiments im 70/71er Krieg

1. Schweres Reiter-Regiment um 1910

 

Die beiden schweren Reiterregimenter mit Sitz in München und Landshut entstanden 1879 aus den beiden bayerischen Kürassierregimentern. Der Küraß, der noch im 70/71er Kriege getragen wurde, war schon kurz nach dem Kriege für den Felddienst als nicht mehr zeitgemäß abgelegt worden. 1879 wurde dann der Schritt in Richtung einer Einheitskavallerie gemacht, indem die Pickelhaube den Kürassierhelm ablöste und eine Neuuniformierung in einem der Infanterie ähnlichen Waffenrock erfolgte. Die Kürassiere wurden nun "Schwere Reiter" genannt. Sie bekamen nach wie vor größere Pferde als Ulanen und Chevaulegers zugeteilt. Auch dienten in ihnen immer die von der Körpergröße größten Kavalleristen.

Chevaulegers

Uniformierung von 1873 bis 1886. Links 5. Chevaulegers-Regiment Prinz Otto. Rechts 2. Chevaulegers-Regiment Taxis

1. Chevauleger-Regiment in Parade um 1900

Major des ehem. 4. Chevauleger-Regiments in Parade heute

 

Die Chevaulegers waren eine der in Bayern beliebtesten und volkstümlichsten Militäreinheiten. Sie wurden "Schwoleschees" oder auch "Schwolis" genannt. Sie bildeten im bayerischen Heer die leichte Kavallerie und entsprachen in etwa den Dragoner im übrigen Deutschland. Erstmals wurden in Deutschland Ende des 18. Jahrhunderts Chevaulegers (franz. für "leichte Reiter") aufgestellt. Sie wurden auch als "deutsche Husaren" bezeichnet.

In Bayern wurden während der napoleonischen Kriege zunächst alle Kavallerieregimenter in Chevaulegers-Regimenter umgegliedert. In den Feldzügen dieser Zeit erwarben sie sich einen legendären Ruf auf Grund ihrer hohen Kampfkraft. Im Kaiserreich gab es nur in Bayern Chevaulegers-Regimenter und stellten damit eine Besonderheit dar.

Die bayerischen Chevaulegers trugen eine zweireihigen Waffenrock, der stark der Ulanka der Ulanen ähnelte.

Ulanen

1863 wurden in Bayern wieder Ulanenregimenter aufgestellt. Mit den Schweren Reitern zählten sie zur schweren Kavallerie. Sie unterschieden sich in Einsatz, Bewaffnung und dem polnischen Uniformvorbild kaum von den übrigen Ulanen in Deutschland. Charakteristisch war der Farbe des grünen zweireihigen Waffenrocks, der sehr den Chevaulegers ähnelte.

Hauptwaffe der Ulanen war die Lanze, welche sie zunächst von allen anderen Kavalleriegattungen unterschied. Mit genereller Einführung der Stahlrohrlanze in allen Kavallerieregimentern in Deutschland 1890 fiel jedoch dieses Unterscheidungsmerkmal weg.

1. Ulanen-Regiment (Dienstanzug)

 

 


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Zuletzt geändert: Sonntag, 14 März 2010