Das Exerzieren mit der Lanze
Das Exerzieren mit der Lanze folgt den
Beschreibungen aus der Vorschrift für die Waffenübungen der Kavallerie von 1891.
"Fertig zum Aufsitzen!"
Der Reiter macht "rechts um" und tritt bis gegen die linke
Schulter des Pferdes, stellt die Lanze ungefähr 1/2 Meter hinter dem linken
Absatz auf die Erde und lehnt sie so an das Pferd, dass sie vor dem Widerrist an
der Mähne liegt. Ohne die Stand loszulassen, gleitet die linke Hand darauf zur
Mähne und ergreift mit Hilfe der rechten Hand die Zügel und den Mähnenschopf.
Der linke Fuß tritt in den Bügel und die rechte Hand legt sich auf den
Sattelkranz.
"Aufgesessen!"
Der Reiter sitzt auf. Die rechte Hand ergreift die Lanze unter
der linken, schnellt sie zwischen linkem Arm und Leib durch die hohle Hand
gerade aufwärts, bis der Schuh über dem Widerrist steht und hebt sie dann auf
die rechte Lende.
"Lanze auf die Lende!"
Die Lanze wird, wenn sie am Arm oder angefasst ist, aus dem Schuh
gehoben, das untere Ende des Armriemens nach vorne bis an das Schloss geschoben,
die Lanze hierauf im Schwerpunkt mit Aufgriff erfasst und die Faust, wenn ohne
Karabiner geritten wird, auf den rechten Oberschenkel so aufgesetzt, dass die
Knebel der Finger nach außen, der Daumen nach der Lende zu liegen und die
Lanzenspitze neben dem rechten Pferdeohr steht. Das Schuhende wird leicht an die
Hinterhand des Pferdes gedrückt. Beim Reiten mit Karabiner oder Karabiner und
Gepäck ist die Hand möglichst tief, nahe gegen die Lende zu halten, um einer zu
steilen Stellung der Lanze vorzubeugen; auch ist darauf zu achten, dass das
Schuhende stets die Hinterhand des Pferdes fast beführt.
Bei allem Einzelreiten kann die Lanze so getragen werden, dass die Spitze
derselben sich links des linken Pferdeohrs befindet.
"Lanzen an Arm!"
Ist die Lanze auf der Lende, so wird die Lanze in den Schuh
gesteckt. Der rechte Arm wird ganz durch den Armriemen gebracht und die Lanze
ganz hinter den rechten Arm fallen gelassen, so dass sie am Armriemen hängen
bleibt. Die rechte Hand hängt im "Stillgesessen!" ungezwungen am
Schuhende herunter, dass vier Finger lose an der äußeren Seite, der Daumen an
der inneren Seite des Schaftes liegen.
Auf "Rührt - Euch!" kann die rechte Hand die Lanze loslassen.
Aus "Fasst Lanzen - an!" wir die Lanze in gleicher Weise "an Arm"
genommen.
"Fasst Lanzen - an!"
War die Lanze am Arm, so erhält sie durch den rechten Arm einen
Abstoß nach vorn. Die rechte Hand erfasst sie mit Aufgriff und zugleich mit ihr
den inneren Teil des Armriemens, wobei die Hand soweit nach unten gleitet, als
die Länge des Armriemens dies zulässt (Der Armriemen ist so lange zu schnallen,
dass die rechte Faust in etwa auf Höhe der Zügelfaust ist). Die Lanze wird
senkrecht im Schuh getragen.
War die Lanze auf Lende, so wird dieselbe zunächst in den Schuh gesteckt und der
untere Teil des Armriemens heruntergezogen.
Offizieren und Unteroffiziere ohne Lanzen nehmen auf das Kommando "Fasst
Lanzen - an!" das Seitengewehr auf. Auf dem Marsche bleibt das Seitengewehr
ein.
Die angefasste Lanze ist die normale Haltung für die Parade.
"(Zur Attacke) Lanzen - gefällt!"
Die Lanze war auf der Lende. Die Spitze wird zur waagrechten Lage
gesenkt, während das Schuhende unter den Oberarm gebracht und fest an den Körper
gedrückt wird. Der Knebel des Daumens der rechten Hand, welche den Aufgriff
beibehalten hat, liegt über der Lanze, die Knebel der vier Finger nach rechts.
"Fertig zum Absitzen!"
Die rechte Hand schnellt die Lanze senkrecht durch die hohle Hand
in die Höhe, hebt sie mit dem Schuh über den Widerrist und lässt sie zwischen
linkem Arm und Leib an der linken Schulter des Pferdes zur Erde gleiten. Die
linke Hände, welche vor dem Widerrist auf der Mähne liegt, ergreift die Lanze
und empfängt zugleich von der rechten Hand den Mähnenschopf zum Absitzen.
"Abgesessen!"
Der Reiter sitzt ab. Die linke Hand lässt Zügel und Mähne los und
ergreift die Lanze mit Aufgriff in Schulterhöhe, der Reiter tritt einen Schritt
vor und erfasst die Trensenzügel.
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