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Ukraine Trail 2003

Der Reitverein Günzburg im Lande der Amazonen und Tataren

Anfang Oktober 2003 unternahm der Reitverein Günzburg mit seiner erfahrenen Geländereitergruppe ein Abenteuer besonderer Art. Sie flogen von Frankfurt auf die Halbinsel Krim, um von dort in einem zweiwöchigen Reittrail die Spuren der antiken Reitervölker der Amazonen und Tataren zu verfolgen. Die erste Woche ritten sie durch die geschichtsbeladene Landschaft des Krimgebirges (Jaila Gebirge) zwischen Sevastopol und Jalta und die zweite Woche in der nogaischen Steppe am Asowschen Meer.

Geboren wurde die Idee zu diesem ungewöhnlichen Unternehmen im Spätherbst 2002, als sich die Herrenreitgruppe des Reitvereins Günzburg um Vorstand Thomas Lang und den Vereinsmitgliedern Manfred Burghardt, Peter Lachenmayer und Georg Konrad nach einem neuen Reitabenteuer umsahen. Während sie in den letzten Jahren zahlreiche Reittrails nach Polen und die West-Ukraine geführt und dort die slawische Mentalität und lieben gelernt hatten, wollten sie dieses Jahr noch weiter nach Osten reiten, um die weiten Steppenlandschaften am Schwarzen Meer kennen zu lernen. Nach Rücksprache mit ihrem altbekannten polnischen Reittrailveranstalter wurde schließlich als Ziel die Krim und die  Steppe am Asowschen Meer gewählt.
Ende September ging es dann für die 10 Reiter bequem mit dem Flugzeug im Direktflug von Frankfurt in die Hauptstadt der Krim Simferopol. Es herrschte durchweg sehr mildes und sonniges Wetter von durchschnittlich 25 Grad. Die erste Woche führte die Reitgruppe durch das Jailagebirge im Südwesten der Krim zwischen der Kurstadt Jalta und der alten Seefestung Sevastopol.
Im Westen Europas meist nur über den Sekt bekannt, ist die Krim eine der reizvollsten Landschaften Europas mit einer wechselvollen und reichhaltigen Geschichte. Beginnend mit dem antiken Reitervolk der Skythen, haben hier Griechen, Goten, Byzantiner, Tataren, Genueser und Russen reichhaltige geschichtliche Zeugnisse hinterlassen.
Auf sehr zähen, ausdauernden und trittsicheren Tatarenpferden ging es zwischen der spektakulären Gebirgslandschaft der Krim zu den berühmten Höhlenstädten der Krimgoten, die im 5./6. Jahrhundert in die schroffen Felsenklippen des Juragebirges geschlagen worden waren. Täglich ca. 5-7 Stunden im Sattel wurde die Gruppe von einem Tross mehrerer Versorgungsfahrzeuge begleitet, der die Mittags- und Abendrasten vorbereitete und in den Pausen die Pferde versorgte.
Wie auch schon in den vergangenen Jahren wurde der Trail von Peter Lachenmayer mit Hilfe von Karte und Kompass sicher geführt. Die Tataren in den Bergdörfern hielten es zunächst für ausgeschlossen, dass sich ein Ortsfremder in der dichtbewaldeten und unübersichtlichen Gegend zurechtfinden würde, waren dann jedoch umso erstaunter, als die Reitgruppe ihre Zielstationen immer zur verabredeten Zeit erreichte.
Am Ende der ersten Woche ging es dann mit dem Auto 400 km weiter nach Nordosten aus der Krim heraus in die Steppenlandschaft am Asowschen Meer. Die Gegend ist hier extrem flach und bietet mit seinen Sandböden ideale Reitbedingungen. Mit neuen, äusserst ausdauernden und hoch im Blut stehenden Pferden ging es dann 6 Tage teilweise nur nach Kompass durch die Steppe entlang des Asowschen Meers. Hier trifft man auf zahlreiche antike Grabhüger (Kurgane) der Skythen. Es ist auch das Land der sagenumwobenen Amazonen, einem kriegerischen Reiterstamm, der nur aus Frauen bestanden haben soll.
Ein deutsche Reitergruppe hatte es seit dem zweiten Weltkrieg in diesen Gegenden nicht mehr gegeben und es gab zahlreiche herzliche Begegnungen mit den Einheimischen.
War das Wetter bis dahin immer mild und sonnig gewesen, zeigten sich am letzten Reittag die Wetterextreme der Südukraine. Ein Regensturm mit Hagel traf die Reitgruppe mitten in der Steppe. Man sah keine 20 Meter weit mehr, die Pferde stemmten sich rückwärts gegen den Sturm und drängten sich eng zusammen. Die mitteleuropäischen Regenmäntel waren dieser Art von Wetter nicht mehr gewachsen und Ross und Reiter wurden gründlich durchnässt. Zum Glück war es jedoch nur noch 1 Stunde Reitzeit zur Abendstation.
Schließlich ging es dann von Simferopol wieder mit dem Flieger nach Frankfurt. Überbeladen mit Erlebnissen und Eindrücken der osteuropäischen Weite war der erste Eindruck von der heimatlichen schwäbischen Landschaft, dass hier alles sehr klein und übersichtlich ist.

 

Auf dem Ai Petri, 1000 Meter über Jalta

Der Zarenpalast Livadia in Jalta

Vor dem ersten Ritt im Jaila Gebirge

Durch eine Furt

Unsere Amazonen

Auf dem Plateau der Höhlenstadt Yufut Cale

Abstieg von Yufut Cale

Weinprobe des Krimweins

In der Höhlenstadt der Krimgoten von Eski Kermen.

Lager an einem See im Jaila-Gebirge

Am Schwarzen Meer nördlich Sevastopol

Die größte Höhlenstadt auf der Krim: Mangup Cale

In der Tatarenküche

Mit dem Leiter des Gestütsleiters in der Nogaischen Steppe

Vor dem Abritt in die Steppe

In der nogaischen Steppe

Am Asowschen Meer


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Zuletzt geändert: Sonntag, 14 März 2010